{"id":1699,"date":"2010-11-04T00:09:06","date_gmt":"2010-11-03T22:09:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.audiobuch.org\/caulius\/wp\/?p=1699"},"modified":"2010-11-04T00:09:06","modified_gmt":"2010-11-03T22:09:06","slug":"kielpod-ausgabe-834-kieler-erinnerungstag-2111800-grundung-der-gesellschaft-harmonie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kielpod.de\/wp\/?p=1699","title":{"rendered":"KielPod Ausgabe 834: Kieler Erinnerungstag: 2.11.1800 &#8211; Gr\u00fcndung der Gesellschaft Harmonie"},"content":{"rendered":"<p>Stadtgeschichte in monatlichen Folgen &#8211; das bietet die Reihe &#8222;Kieler Erinnerungstage&#8220; des Stadtarchivs. Die Historikerin Christa Geckeler sp\u00fcrt mit Hilfe der im Archiv vorhandenen Quellen und Literatur wichtigen Ereignissen aus Kiels Vergangenheit nach und stellt jeden Monat eine Geschichte vor. Eine spannende Chronik entsteht, die zeigt, was Kielerinnen und Kieler einst bewegte. Im November 1800 war das die Gr\u00fcndung der Gesellschaft Harmonie.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWer in Kiel im 19. Jahrhundert gesellschaftlich auf sich hielt, musste Mitglied in der Harmonie sein. Vor 210 Jahren gegr\u00fcndet, entwickelte sich die Gesellschaft Harmonie schnell zum gesellschaftlichen Kristallisationspunkt der b\u00fcrgerlichen Stadt: Sie setzte sich zum Ziel &#8222;durch anst\u00e4ndige Unterhaltung und Vergn\u00fcgungen und durch ein Leseinstitut M\u00e4nnern aus allen St\u00e4nden eine angenehme und n\u00fctzliche Erholung von ihren Berufsgesch\u00e4ften zu verschaffen&#8220;. Zu diesem Zweck schuf die Harmonie sich eigene Vereinsr\u00e4ume, zun\u00e4chst im &#8222;Gasthof zum Adler&#8220; in der Vorstadt, dann von 1810 an im Haus des Weinh\u00e4ndlers Juels in der Schuhmacherstra\u00dfe 4. 1834 konnte dann ein eigenes Geb\u00e4ude in der Faulstra\u00dfe 7 mit Garten zum Kleinen Kiel bezogen werden. <\/p>\n<p>Die Mitgliedschaft war auf M\u00e4nner beschr\u00e4nkt. Aufgenommen wurden vor allem Universit\u00e4tsangeh\u00f6rige, Beamte, Offiziere und Kaufleute, doch keine Angestellten oder Handwerker. So blieben die Gebildeten und Wohlhabenden unter sich. <\/p>\n<p>In der Faulstra\u00dfe wurde ein Lesezimmer eingerichtet; neun deutsche und d\u00e4nische Wochenbl\u00e4tter und sechs f\u00fchrende in- und ausl\u00e4ndische Tageszeitungen lagen dort aus. Im Laufe der Jahre wurde auch eine umfangreiche Bibliothek aufgebaut, die mehr zeitgen\u00f6ssische Literatur enthielt als die Universit\u00e4tsbibliothek. Zur Geselligkeit geh\u00f6rten an verschiedenen Tischen auch Kartenspiele, die aber nur von nachmittags um f\u00fcnf Uhr bis abends neun Uhr stattfinden durften. 1804 wurde die Anschaffung eines Billards beschlossen, 1812 eine Kegelbahn eingerichtet. Regelm\u00e4\u00dfig wurden Konzerte und B\u00e4lle ausgerichtet, zu denen Damenbegleitung erw\u00fcnscht war. In der Harmonie fanden die Angeh\u00f6rigen besserer Kreise also alles, was ihnen ein Bed\u00fcrfnis war: Zeitungen lesen, sich mit der neuesten Literatur vertraut machen, Karten- und Billardspiel, ein gutes Glas Wein, anregende Gesellschaft und gesellige Ereignisse. <\/p>\n<p>In ihrer Bl\u00fctezeit vor 1880 hatte die Gesellschaft \u00fcber 1200 Mitglieder, deren Anzahl danach aber stetig zur\u00fcckging. Die wachsende Gro\u00dfstadt bot den f\u00fchrenden Schichten nun vielf\u00e4ltige Freizeitvergn\u00fcgen und gesellige Ereignisse. Die Harmonie hatte sich als gesellschaftliche Institution \u00fcberlebt: Nun entschied die Mitgliedschaft im Kaiserlichen Yacht-Club \u00fcber die Zugeh\u00f6rigkeit zur Kieler Oberschicht, oder allenfalls die Mitgliedschaft im Tennis-Club oder im Ersten Kieler Ruder-Club. <\/p>\n<p>Die Zeit hatte sich gewandelt, die Gesellschaft Harmonie aber nicht. 1893 beschlossen die nur noch 116 Mitglieder den Verkauf des Grundst\u00fccks an der Faulstra\u00dfe. Zum 11. April 1896 l\u00f6ste sich die Gesellschaft auf, die fast ein Jahrhundert lang eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben der Stadt Kiel gespielt hatte.<\/p>\n<p>Die ausf\u00fchrliche Fassung ist zusammen mit den inzwischen 70 vorhandenen Folgen der &#8222;Kieler Erinnerungstage&#8220; auf der Internet-Seite des Stadtarchivs unter <a class=\"moz-txt-link-abbreviated\" href=\"http:\/\/www.kiel.de\/kultur\">www.kiel.de\/kultur<\/a> zu finden. Die von Christa Geckeler verwendeten Quellen und B\u00fccher liegen im November f\u00fcr Interessierte im Stadtarchiv bereit (Montag und Dienstag 8.30 bis 16 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 18 Uhr). Die n\u00e4chste Folge im Dezember 1950: Baubeginn der Kieler Ostseehalle.<\/p>\n<div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2699\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-1699-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.audiobuch.org\/caulius\/assets\/podcasts\/kielpod834.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.audiobuch.org\/caulius\/assets\/podcasts\/kielpod834.mp3\">http:\/\/www.audiobuch.org\/caulius\/assets\/podcasts\/kielpod834.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.audiobuch.org\/caulius\/assets\/podcasts\/kielpod834.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('http:\/\/www.kielpod.de\/wp\/?powerpress_pinw=1699-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.audiobuch.org\/caulius\/assets\/podcasts\/kielpod834.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"kielpod834.mp3\">Download<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtgeschichte in monatlichen Folgen &#8211; das bietet die Reihe &#8222;Kieler Erinnerungstage&#8220; des Stadtarchivs. Die Historikerin Christa Geckeler sp\u00fcrt mit Hilfe der im Archiv vorhandenen Quellen und Literatur wichtigen Ereignissen aus Kiels Vergangenheit nach und stellt jeden Monat eine Geschichte vor. 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